13.04.2010

Apostrophe soweit das Auge schaut …

Der Apostroph ist eine Modeerscheinung. Katrin’s Krabbelkiste, Tina’s Taverne oder Conny’s Club – apostrophiert wird gerne und scheinbar überall.


Aber woher kommt diese Vorliebe für den Strich?

Unsere Vermutung: Es hat mit dem zunehmenden Einfluss der englischen Sprache zu tun. Dort ist der Apostroph nämlich häufiger anzutreffen. Im Englischen ist das -s zum einen Pluralzeichen und zum anderen steht es wie im Deutschen für den Genitiv. Der Genitiv wurde  allerdings ursprünglich durch -es gekennzeichnet. Wenn also in dem Fantasyroman „Lord of The Rings“ von JRR Tolkien Tom Bombadil sagt: „This is Goldberry’s washing day“, dann steht der Apostroph für das ausgelassene „e”.
Die Apostrophe in den allbekannten Beispielen von Holger’s Hosenladen bis Sven’s Schuhkiste werden vermutlich von der englischen Genitivbildung auf die deutsche Genitivbildung übertragen.

Wann wird der Apostroph im Deutschen verwendet?

Apostrophiert wird entweder bei Auslassungen einzelner Buchstaben und zwar dann, wenn der Apostroph zum besseren Leseverständnis beiträgt, oder bei im Genitiv stehenden Namen, die auf „s“, „ß“, „z“ oder „x“ enden. Lars’ Lampenladen wäre also korrekt; Sascha’s Safttheke nicht.

Aber da Sprache bekanntlich lebendig ist, sieht der Duden für alle Apostrophen-Freunde eine neue Kann-Regel vor: Wer mag, darf nun zur Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens vor dem Genitiv-s apostrophieren. So können Missverständnisse vermieden werden, die etwa bei Andrea’s Autosalon entstehen könnten.


 
 

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