Journal | Gesellschaft

 

Freud, die Hysterie und die bürgerliche Frau

Die Hysterie des 19. Jahrhunderts war Ausgangspunkt für die Entwicklung der Psychoanalyse und steht auch heute noch für das zutiefst ambivalente Frauenbild dieser Zeit.

01.11.2011 | von Tina Pruschmann veröffentlicht bei suite101

Anna O., Augustine, Blanche: Den berühmten Hysterikerinnen des ausgehenden 19. Jahrhunderts wird auch heute noch einige Aufmerksamkeit zu Teil. So sind ihre Geschichten eng verbunden mit der Entstehung der Psychoanalyse Sigmund Freuds. Der entwickelte die Psychoanalyse zunächst als ein Heilverfahren und später als ein Verfahren zur Erforschung der menschlichen Seele, mit dessen Hilfe Neurosen, wie zum Beispiel die Hysterie, beschrieben und erklärt werden sollten. Die Ursache der Hysterie sah Freud in der Verdrängung sexuellen Erlebens, wie sie bereits im Kindesalter insbesondere für die weibliche Sexualentwicklung typisch sei ...

 

Von Männern und Frauen: Geschlechtermodelle auf dem Prüfstand

Peter Hebgen/pixelio.de

Heinz-Jürgen Voß untersucht Zweigeschlechtlichkeit aus biologisch-medizinischer Sicht und findet ein Kontinuum statt einer Polarität.

12.11.2011 | von Tina Pruschmann veröffentlicht bei suite101

»Wird es ein Junge oder ein Mädchen?« Diese Frage ist in modernen westlichen Gesellschaften die wahrscheinlich am häufigsten gestellte, wenn die Schwangerschaft nicht mehr zu verheimlichen ist. Kaum ein Paar, dass die Segnungen der modernen Gerätegynäkologie nicht nutzt und sich vom Geschlecht des zu erwartenden Kindes überraschen lässt. Man will ja vorbereiten sein. Damit beginnt bereits vor Geburt des Kindes die geschlechtsspezifische Sozialisation und sie zeigt, wie tief verankert das Zwei-Geschlecht-Modell in unserer Gesellschaft ist. Weniges bleibt so unhinterfragt und wird so konsequent reproduziert wie diese »Tatsache« ...

 

 

Psychisch Kranke – Ausgrenzung statt Integration

Psychisch Kranke sind am stärksten von sozialer Ausgrenzung bedroht. Vor allem die Ergotherapie hat das Potenzial, Unterstützung zur Integration zu bieten.

09.11.2011 | von Tina Pruschmann veröffentlicht bei suite101

Mozart, da Vinci und Beethoven – ihnen ist gemeinsam, dass sie zu den heute bekanntesten und meist verehrten Künstlern zählen und (vermutlich) manisch-depressiv oder schizophren waren. Sie spiegeln den Mythos einer Verwandtschaft von Genialität und Wahnsinn wider. Doch das ist nur die eine Seite. Auf der anderen zählen psychisch kranke Menschen zu den sozialen Gruppen in unserer Gesellschaft, die am stärksten von sozialer Ausgrenzung bedroht sind ...

 

 

Die Individualisierung der Jenseitigkeit

Die eigene Sterblichkeit wird auch in einer säkularen und individualisierten Gesellschaft nicht verdrängt. Das zeigen Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München.

09.11.2011 | von Tina Pruschmann veröffentlicht bei suite101

Das Läuten der Totenglocke verbreitet die Nachricht schnell in der Gemeinde. Die Uhren stehen still, die Zeit auch. Der Vater liegt aufgebahrt in einem eigens dafür hergerichteten Raum. In der Hand trägt er einen Rosenkranz und das Sterbekreuz. Ein Gefäß mit Weihwasser und einem Holunderzweig stehen bereit. Verwandte und Besucher aus der Gemeinde besprengen Vater mit dem Weihwasser, in Hoffnung auf ein neues, ein unvergängliches Leben. Dann gibt der Pfarrer den letzten Segen und damit das Rüstzeug für eine Reise, die zunächst durch einen Teil des Fensters führt, durch die sogenannte Seelenklappe. - So könnte eine Trauerszene im bürgerlichen Milieu des 19. Jahrhunderts ausgesehen haben. Und heute? ...

 

 

Typisch Frau, typisch Mann

Das binäre Geschlechtermodell setzte sich im 18. Jahrhundert durch und ist bis heute Topthema der Unterhaltungsindustrie von Mario Barth bis Ingo Appelt.

11.11.2011 | von Tina Pruschmann veröffentlicht bei suite101

Mario Barth, Deutschlands bekanntester Comedian, fragt in seinem Bestseller Frau-Deutsch/Deutsch-Frau, warum ein Großteil der Frauen dem Shoppingwahn erlegen sei und hat die Antwort auch gleich parat: »Ich glaube, es ist genetisch« [1]. Männer ticken anders als Frauen. Das ist eben so. Hinter dem schier endlosen Typisch-Mann-typisch-Frau-Thema verbirgt sich die Vorstellung einer biologisch begündeten binären Geschlechterstruktur, die mittlerweile so selbstverständlich erscheint, dass sie stetig unhinterfragt reproduziert wird.