Journal | Schreiben und Publizieren
Autobiografie – veröffentlichen oder vererben?
Eine Autobiografie von Nicht-Prominenten erobert nur selten den Buchmarkt im Sturm. Eine sorgfältige Planung ist wichtig.
11.11.2011 | von Tina Pruschmann veröffentlicht bei suite101
Autobiografien entstehen selten in einem Fluss und erorbern dann den Buchmarkt im Sturm. Nur die Wenigsten können einen Prosatext in der Länge eines Romans wie von der Muße geküsst in einem Zug druckreif herunterschreiben. Projekte wie diese bedürfen vielmehr einer sorgfältigen Planung und einer strukturierten Arbeitsweise. Zunächst gilt es, sich eine grundsätzliche Frage zu stellen: veröffentlichen oder vererben ...
Autobiografie und Memoiren: Schreiben als Reise durch Epochen

- Gerd Altmann/pixelio.de
Autobiografien aus der Mitte der Gesellschaft sind wertvolle Zeitdokumente. Erinnerungen, die einer Reise in vergangene Lebenswelten gleichen.
11.11.2011 | von Tina Pruschmann veröffentlicht bei suite101
»Voller Melancholie denke ich an all die Bücher, die ich gelesen, an all die Orte, die ich besucht habe, an das Wissen, das sich angehäuft hat und das nicht mehr da sein wird. Die ganze Musik, die ganze Malerei, die ganze Kultur, so viele Bindungen: plötzlich bleibt nichts mehr«, schreibt Simone de Beauvoir über die Unerhörtheit des Todes.
Und tatsächlich wissen viele von uns nicht viel über das Leben ihrer Vorfahren, nicht einmal über das Leben derer, die sie selbst noch kennen: Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Erlebtes und Erfahrenes verblasst wie das Foto im Familienalbum. Und bereits wenige Generationen später lassen sich oft nur noch spärlich Jahreszahlen eruieren und mit den Dogmen der allgemeinen Geschichtsschreibung und nationalen Mythenbildung verknüpfen. Lebenswelten verschwinden mit ihren Zeitzeugen ...
