22.04.2010

Doppelt hält besser …

… heißt es im Volksmund. Sprachliche Dopplungen in Texten sind dagegen meist unsinnig und unnötig.


Schwarze Rappen, alte Greise und tote Leichen – Das sind die gemeinhin bekanntesten Dopplungen. Solche Dopplungen werden auch Tautologien genannt. Sie sind inhaltliche Wiederholungen, die oft als Verbindung von Adjektiv und Substantiv auftreten. Das Adjektiv wird dabei überflüssig, weil es durch das Substantiv bereits erklärt ist. So sind Rappen immer schwarz, Greise immer alt und Leichen immer tot.
Das sind aber nur die augenscheinlichen Beispiele solcher Dopplungen. Oft verbergen sich Tautologien auch in der Alltagssprache oder in Abkürzungen und sind uns auf den ersten Blick gar nicht so bewusst. Ein gutes Beispiel dafür ist der gern verwendete Begriff vorprogrammieren. Der steht sogar im Duden. Erst bei genauerer Betrachtung lässt sich erkennen, dass im Verb programmieren die Vorsilbe vor bereits enthalten ist. Denn beim Programmieren werden Rahmenbedingungen festgelegt, die zukünftige Ereignisse kontrollieren helfen. Nachprogrammieren gibt es nicht.
Oder denken Sie an die vielen Dopplungen, die im Zusammenhang mit Abkürzungen immer wieder zu lesen sind: ABM-Maßnahme (ArbeitsBeschaffungsMaßnahme) oder LCD-Display (Liquid Crystal Display).

Auf der anderen Seite können Tautologien aber auch bewusst als rhetorisches Mittel der Verstärkung eingesetzt werden. Dann sind sie eine Bereicherung für den Text:
»Als es nun bald an's Ende kam, wurde ihnen angst und bang, zwei waren ganz betrübt, der dritte aber nahm's leichter und sprach: ›Brüder fürchtet nichts, vielleicht können wir das Rätsel raten.‹« (Jacob und Wilhelm Grimm, Der Teufel und seine Großmutter)

Fazit: Streichen Sie Dopplungen, in denen unnötig dasselbe gesagt wird. Eine bewusste Tautologie als stilistisches Mittel der Verstärkung bringt dagegen Würze in Ihren Text.

Unsere Tautologie der Woche im Sprachverdruss: »Gemeinsame Synergien nutzen«


 
 

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